Heute erinnern sich orthodoxe Gläubige an die Märtyrerin Tatiana von Rom. Der Tag der Erinnerung an die Jungfrau ist aber auch ein informeller weltlicher Feiertag - an diesem Tag wurde 1755 die Moskauer Universität gegründet. Daher wird Tatiana als Patronin von Schülern und Lehrern verehrt.
Tatiana war die Tochter eines reichen Römers, der im christlichen Glauben aufgewachsen war. Aber schon in jungen Jahren wurde ihr weltliche Güter gleichgültig und sie widmete sich Christus, indem sie ein Zölibatsgelübde ablegte. Es ist bekannt, dass sie den Bedürftigen half, sich um die Kranken kümmerte und die in Kerkern Gefangenen besuchte. Sie verbrachte viel Zeit im Gebet und anderen frommen Beschäftigungen.
Als die Verfolgung von Christen begann, wurde Tatiana ins Gefängnis geworfen und gefoltert, um den Glauben an Christus aufzugeben. Aber sie ertrug standhaft die Qual und stärkte sich durch Gebet. Die himmlischen Engel stiegen zu ihr herab und schützten sie vor den Peinigern. Dann wurde sie zur Belustigung der Öffentlichkeit einem Löwen ausgeliefert. Stattdessen begann der Löwe, sie sanftmütig zu streicheln. Und danach schnitten sie dem Märtyrer den Kopf ab. Die acht Diener des Stadtgouverneurs, die die Heilige quälten, glaubten an Jesus Christus und sahen die Macht Gottes über sie, und nach der Qual wurden auch sie mit dem Schwert enthauptet.