Theophylakt Bulgarisch. Interpretation des Matthäus-Evangeliums
Matthäus 13,36. Dann betrat Jesus, nachdem er das Volk entlassen hatte, das Haus.
Er ließ die Leute gehen, als sie keinen Nutzen aus der Lehre erhielten. Denn er redete in Gleichnissen, um gefragt zu werden. Sie kümmerten sich nicht darum und versuchten nicht, etwas zu lernen; deshalb gibt der Herr sie gerecht frei.
Und seine Jünger kamen zu ihm und sagten: Erkläre uns das Gleichnis vom Unkraut auf dem Feld.
Nur dieses eine Gleichnis wird gefragt, weil ihnen andere klarer erschienen. Unter Unkraut verstehen wir alles Schädliche, was unter Weizen wächst: Herzmuschel, Erbsen, Wildhafer usw.
Matthäus 13:37. Er antwortete und sprach zu ihnen: Wer den guten Samen sät, ist der Menschensohn; das Feld ist die Welt; der gute Same sind die Söhne des Königreichs, und das Unkraut sind die Söhne des Bösen;
Matthäus 13:39. der Feind, der sie gesät hat, ist der Teufel; die Ernte ist das Ende des Zeitalters, und die Schnitter sind Engel.
Matthäus 13:40. So wie Unkraut gesammelt und mit Feuer verbrannt wird, so wird es am Ende dieses Zeitalters sein;
Matthäus 13,41. Der Menschensohn wird seine Engel senden, und sie werden aus seinem Reich alle Versuchungen und Übeltäter sammeln,
Matthäus 13,42. und wirf sie in einen feurigen Ofen; es wird Weinen und Zähneknirschen geben;
Was hätte gesagt werden sollen, ist das, was oben gesagt wurde. Denn wir haben gesagt, dass wir hier von Häresien sprechen, die bis ans Ende der Welt sein dürfen. Wenn wir lasst uns Ketzer töten und ausrotten, Streit und Krieg werden aufkommen; und mitten im Streit werden vielleicht viele der Gläubigen umkommen. Aber sowohl Paulus als auch der Räuber waren Unkraut, bevor sie glaubten, aber sie wurden damals nicht um des Weizens willen vernichtet, der in ihnen wachsen musste, denn in der Folgezeit brachten sie Gott Frucht und verbrannten das Unkraut mit dem Feuer des Heiligen Geistes und die Inbrunst ihrer Seelen.
Matthäus 13,43. dann werden die Gerechten wie die Sonne im Reich ihres Vaters leuchten. Wer Ohren hat zu hören, der soll hören!
Da uns die Sonne mehr scheint als alle Sterne, vergleicht der Herr die Herrlichkeit der Gerechten mit der Sonne. Aber sie werden heller leuchten als die Sonne. Da die Sonne der Gerechtigkeit Christus ist, werden die Gerechten dann wie Christus erleuchtet, denn sie werden wie Götter sein.